Zuschauerbericht

22.10.2017

Mit frischem Wind in die Zukunft? SVG Einbeck 05 verliert zu Hause 0:4

Zuschauerbericht

„Mit frischem Wind in die Zukunft“ - so betitelte die Einbecker Morgenpost nach dem freiwilligen Verlassen von zwölf Stammspielern der ersten Herren die Marschroute der Goebel-Elf. Insbesondere Trainer Goebel freute sich, die sogenannten „Störfaktoren" endlich los zu sein und glaubte, mit eben diesem „frischen Wind“ jetzt mit seinem Team durchstarten zu können. Die heutige Partie zeigte jedoch etwas Anderes.
Denn eben diese „Störenfriede“ wurden im heutigen Spiel der Blau-Gelben schmerzlich vermisst. Nach einer mehr als dürftigen Vorstellung verlor die SVG Einbeck 05 mit 0:4 im heimischen Stadion gegen die zweite Mannschaft des FC Eintracht Northeim. Neben einer instabilen Abwehr und einem ideenlosen Mittelfeld zeigten die Einbecker einen Angriff, bei dem das Wort „harmlos" eine glatte Untertreibung wäre. Und eben so sah auch die Leistung des Teams auf dem Spielfeld aus.
Northeim wies die Einbecker durch eine aggressive Spielweise von Beginn an in die Schranken und schon in der 4. Minute hatten die Gäste die erste gute Chance durch Mähner. In der 9. Minute verzog Mill einen Northeimer Freistoß. In der 12. Minute war es der Northeimer Spieler Ismael, der eine günstige Chance vergab. Eine Chance für die Hausherren bot sich erst in der 33. Minute, in Form eines Freistoßes, welcher aber weit über das Tor flog, was zur Folge hatte, dass es mit einem 0:0 in die Pause ging.
Aus dieser kamen die Gäste hellwach zurück und hatten durch Bode und Falinski zwei große Chancen, in Führung zu gehen. Erst in der 55. Minute dann die erste Chance in dieser Halbzeit für die SVG, doch Niemann verzog. Noch immer charakterisierte die Ideenlosigkeit den Fußball der SVG Einbeck 05.
In der 72. Minute war es dann so weit: Nach bemerkenswerter Vorarbeit von Ismael erzielte der erst frisch eingewechselte Barry ungehindert das 1:0 für die Northeimer. Man sollte meinen, das Spiel der Einbecker sei dadurch besser und die Mannschaft wach geworden, doch Irrtum! Kaum ein Ball kam an und das Mittelfeld verlor jeden Zweikampf. Dies nutzte der Gast aus Northeim dankbar aus. Wieder war es der starkspielende Ismael, der Mähner mit einer feinen Vorarbeit bediente. Dieser brauchte gegen die schwache SVG-Abwehr nur noch einzuschieben und aus dem 1:0 wurde in der 82. Minute somit das 2:0. Nur drei Minuten später kam Bode ungefährdet zum Schuss und erhöhte auf 3:0. In der 90. Minute war es erneut der überragende Barry, der gegen eine komplett überforderte SVG Einbeck sicher zum 4:0 markierte und damit auch den Endstand der Partie sicherte.
Fazit: Der FC steigerte sich in Halbzeit zwei enorm und Trainer Thomas Hellmich war nach Schlusspfiff mit der Leistungssteigerung seines Teams mehr als zufrieden. Anders bei den Einbeckern, wo die Krise, trotz „frischen Windes" weiterhin besteht. Den SVG-Verantwortlichen sei ans Herz gelegt, sich zu hinterfragen, ob die Entscheidung, zwölf Stammspieler gehen zu lassen, im Sinne des Vereins, der Mannschaft und auch der Zuschauer war und ob der „frische Wind“ die Segel des Vereins wirklich besser antreibt als es zuvor der Fall war.


Kommentieren

23.10.2017 - 23:34 - Böttcher

Mir ist es völlig egal, welcher Spieler wann wo spielt, rausgeworfen wird oder nicht, man kann aber seine Meinung darüber äußern, wenn man mag. Die Pressefreiheit ermöglicht es, solange ein Rahmen nicht überschritten wird. Wenn ein Vorstand sich von den Spielern trennt, ist das sein satzungsgemäßes Recht, wobei er auch die Konsequenzen tragen muss. Wem es nicht gefällt, der kann jederzeit eine außerordentliche Mitgliederversammlung beantragen und bei den nächsten Wahlen einen anderen Vorstand vorschlagen, so er denn zahlendes Mitglied ist. Also wer sich jetzt benachteiligt fühlt und mit Leib und Seele zum Verein hält, kann ja loslegen. Mit Konzept, Fachwissen und Engagement geht alles...ob erfolgreich oder nicht, sieht man dann ja.

23.10.2017 - 20:37 - gta3fan

Ich gebe dir recht, wenn du behauptest, dass Spieler, die nicht mehr wollen, gehen können. Klar, wir sind ein freies Land. Allerdings muss man sich dann fragen: War es vom Verein so klug, eben diese Spieler gehen zu lassen? Wie dankbar ist ein Verein, der Stammspieler einfach so ziehen lässt und sie, zu allem Überfluss, in der Öffentlichkeit diskreditiert. Lange Rede, kurzer Sinn: Böttcher, ich bin der Meinung, dass es dir weniger darum geht, hier eine sachliche Kritik zu äußern als dich, weshalb auch immer, gegen diese Spieler zu stellen.

23.10.2017 - 20:37 - gta3fan

Meinungsverschiedenheiten und Interessenskonflikte zwischen Menschen gehören zum Alltag, ebenso wie die Tatsache, dass sich diese eben nicht immer lösen lassen und es manchmal besser ist, einen klaren Schnitt zu machen. Ich muss mich gerade wirklich am Kopf kratzen, wenn ich mir die Frage stelle, weshalb hier von nicht vorhandener Intellektualität die Rede ist. Auch ist es mir ein Rätsel, wie du darauf kommst, dass dieser Trainer die Spieler verpflichtet hat? Soweit ich informiert bin, spielen die meisten der Betroffenen länger bei der SVG als Goebel dabei ist. Sicher ist es so, dass eine Mannschaft nicht ohne einen Trainer funktioniert, dennoch ist fragwürdig, weshalb dann auch Spieler der zweiten Herrenmannschaft sich weigern, mit Goebel zusammenzuarbeiten, wenn er eine derart qualitative Bereicherung für einen Verein ist, wie du sie andeutest.

23.10.2017 - 20:37 - gta3fan

Ich hinterfrage mich gerade eins: Wie kommst du, Böttcher, auf die Idee, dass hier von Spielern die Rede ist, welche öfter im Jahr den Verein wechseln? Im obenstehenden Bericht ist ganz deutlich von Stammspielern die Rede, die der SVG jahrelange Treue erwiesen haben. Außerdem: Inwieweit haben diese Spieler am Rockzipfel des Trainers gehangen? Mir ist neu, dass Goebel all die Jahre Trainer der SVG Einbeck war und die Spielern nur seinetwegen dort gespielt haben und es ist doch sehr bizarr, dass du auf die Idee kommst, aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zwischen Spielern und Trainer, die Intellektualität einzelner Individuen beurteilen zu können. Du urteilst gerade über zwölf Leute in einer Art und Weise, wie es dir nicht im Geringsten zusteht.

23.10.2017 - 17:37 - fussballbasti

Welcher Spieler wechselt denn pro Jahr mehrfach den Verein??? Hier hängt niemand an dem " Rockzipfel" des Trainers, sondern an ihrem Heimatverein SVG Einbeck 05 .Der Trainer hat von den 12 Spielern, die sich jetzt abwenden, kaum jemanden verpflichtet, denn diese Spieler waren schon lange vor Herrn Goebel im Verein!! Das ändert auch Ihre persönliche Freundschaft zum Trainer nicht. Von Qualität zu sprechen ist wohl nach der mehr als dürftigen Leistung in den letzten Spielen mehr als ein Scherz.

23.10.2017 - 16:33 - Böttcher

Man sollte mal hinterfragen, welche Moralvorstellungen Spieler haben, die mehrfach pro Jahr den Verein wechseln oder immer am Rockzipfel des Trainers hingen, weil sie sonst nichts haben oder intellektuell nicht können. Ohne den Trainer und sein Engagement sie zu verpflichten, wäre so manche kleine finanzielle Zuwendung nicht gewesen. Als Vorstand muss man hier nur konsequent den Trainer stützen, auch wenn man absteigt. Es ist sicher, dass andere Vereine ihn sofort nehmen würden, da es wenige von dieser Qualität gibt. Spieler die nicht mehr wollen, können gehen, die Transfer- und Wechselbestimmungen sind nachlesbar und der Verein kann sie refinanzieren. Jeder Verein freut sich sicher über Zugänge dieser Art.