20.10.2018

DFB-Präsident Reinhard Grindel diskutierte bei Eintracht Northeim

Über DieMannschaft, Spielertypen und Killerspiele

Tomas Sniadowski, Tim Schwabe, Dr. Roy Kühne, Reinhard Grindel, Moritz Braukmüller und Simon Hartmann freuten sich über einen gelungenen Abend! [Foto: ANDREAS AMBS]

Northeim. Auf Initiative des Northeimer Bundestagsabgeordneten Dr. Roy Kühne und auf Einladung des FC Eintracht Northeim nahm DFB-Präsident Reinhard Grindel am Mittwochabend an einem Podiumsgespräch im Northeimer Hotel Freigeist teil. Gemeinsam mit Dr. Roy Kühne, Northeims Bürgermeister Simon Hartmann und Vereins-, sowie NFV Funktionär Tim Schwabe stellte er sich den Fragen von Moderator und Eintracht Presseprecher Moritz Braukmüller, der mit Tomas Sniadowski durch den Abend führte.

NationsLeague, internationale Beziehungen und ein Taktifuchs.

Sniadowski, Stadtbekannt durch seine Event- und Bookingagentur CitySoundz wurde darüberhinaus als neuer Verantwortlicher für den Bereich Marketing und Sponsoring vorgestellt.

Auf dem Podium war zunächst die Nationalmannschaft und das Auftreten in der neu gegründeten NationsLeague Thema. Herr Grindel warb dafür, jetzt jüngeren Spielern die Möglichkeit zu geben sich zu zeigen und lobte den guten Auftritt des Teams gegen Weltmeister Frankreich. „Gleichwohl wir nach dem Schlusspfiff natürlich erstmal enttäuscht waren über die unglückliche Niederlage.“ so der Präsident des DFB.

Roy Kühne war sich auf Nachfrage sicher, dass ein Abstieg der Nationalmannschaft aus der NationsLeague keine politischen Nachteile mit sich ziehen würde. Vielmehr müsse sich auch in der Politik dafür eingesetzt werden, jüngeren Talenten die Chance zu geben sich zu zeigen. Simon Hartmann gratulierte dem Oberbürgermeister der französischen Partnerstadt Tourlaville und betonte das herzliche Verhältnisse unterereinander.

„Das Spiel war schon erfrischender, aber welche spielerischen Änderungen möglich gewesen wären möchte ich mir nicht anmaßen.“ sagte Tim Schwabe auf die Frage, was er als Taktikexperte anders gemacht hätte an Joachim Löws Stelle. 

Team 2024 - Auf dem Weg in ein neues Sommermärchen

Mit Blick auf die EM 2014 im eigenen Land stellte der DFB Präsident auch den Amateurclubs eine gute Zeit in Aussicht. „Es wird wieder viele Orte geben, an denen die Nationalmannschaften ihre Zelte aufschlagen und davon werden natürlich auch die Vereine drumherum profitieren.“ so Grindel. 


Tim Schwabe sieht darüberhinaus gute Jahrgänge aus der Jugend des NFV und auch der Eintracht kommen. „Wir haben einen Spieler zu Werder Bremen abgegeben, da lohnt es sich sicher genauer hinzuschauen!“ so der Organisatorische Leiter des FC Eintracht. 

Für den Aufbau des Teams 24 die EM 2020 „abzuschenken“ kommt für Reinhard Grindel nicht in Frage. „Wir haben über Jahre hinweg bei allen großen Turnieren mindestens das Halbfinale erreicht. Das ist ja eine super Geschichte. Das es mal einen Einbruch gibt, ist andern auch passiert. Wir brauchen aber kein Turnier herzuschenken um 2024 mitspielen zu können.“ 

Echte Typen - Fluch oder Segen?

Weiter ging es thematisch anhand einer in den Raum geworfenen These eines Soziologen: „Mündige Athleten werden immer gefordert, aber wenn sie dann da sind gibt es meistens ärger.“


Dr. Roy Kühne appellierte gerade junge Menschen in Sport und Beruf zu ermuntern sich zu äußern und ihre Meinungen zu äußern. Dafür bekam er Zuspruch von Bürgermeister Simon Hartmann, der sich ebenfalls für eine offene Kommunikation stark machte. Auf die Frage ob Spieler wie Leroy Sane, Max Kruse oder Sandro Wagner den Verband momentan überfordern, entgegnete Grindel, dass Sane und Wagner ausschließlich aus sportlichen Gründen nicht an der Weltmeisterschaft teilnahmen. Tim Schwabe wünscht sich Spieler, die auch mal aus der Reihe tanzen, denn mit diesen Jungs kann man dann häufig ein Spiel, oder auch eine WM gewinnen. 

„Fortnite ist ein Killerspiel und kein Sport!“

Deutliche Worte fanden die Teilnehemer des Podiums auf die von Braukmüller gestellte Frage, ob man junge Leute von der Konsole auf den Sportplatz tragen muss, oder ob Vereine umgekehrt eher in eSports investieren müssten.


Als Politiker aus dem Gesundheitsbereich warnte Roy Kühne davor, dass Kinder zu viel Zeit vor Konsolen verbrächten und zu wenig Bewegung bekämen. „Der Unterricht der am meisten ausfällt ist der Sportunterricht. Diabeteserkrankungen steigen stetig an und wird zur Volkskrankheit. Daher sei es umso wichtiger Kinder in Vereine und in Bewegung zu bringen. Dafür gab es viel Applaus vom Publikum. 

Auch Simon Hartmann sprach als Vater und Bürgermeister davon, dass z.B. In Ganztagsschulen eine gute Balance zwischen drinnen und draußen und lernen und Bewegung herrschen müsse um dem Vorzubeugen. 

Reinhard Grindel wurde sehr deutlich in Bezug auf eSports: „Wenn die Jungs in der dritten Halbzeit nach eine Spiel FIFA18 spielen wollen, dann sollen sie das gerne tun. Innerhalb des DFB beschäftigen wir uns nur mit Spielen mit Fußballbezug, denn Spiele wie Fortnite sind kein Sport! Vor einigen Jahren haben wir sowas noch als Killerspiele bezeichnet und jetzt versucht die Gamingindustrie das unter dem Deckmantel eSports positiv zu verkaufen. Auf Menschen zu schiessen hat nie etwas mit Sport zu tun.“ so der Präsident. 

Bei EIntracht Northeim gäbe es die Idee, FIFA 19 Turniere zum Vernetzen der Vereinsangehörigen untereinander zu nutzen, berichtete Tim Schwabe! „In Teams sollen dann alle die Möglichkeit haben eine Vereinsmeistercshaft auszuspielen! Die Spiele sollen aber zu festen Zeiten und mit Publikum stattfinden um sich auch innerhalb des Clubs auszutauschen und näher zu kommen.“ 


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