Fußball – Wirtschaft und Kommerz

13. Januar 2020, 08:00 Uhr

Viele Fans der traditionellen Fußballvereine betrachten Mannschaften um Leipzig und Hoffenheim als Dorn in der Achillesferse des deutschen Fußballs. Die immer weiter voranschreitende Kommerzialisierungen ist den „echten“ Fans ein wahrer Graus. Dabei wollen viele nicht sehen, dass es den Fußball ohne die Macht der Wirtschaft schon seit langer Zeit in dieser Form nicht mehr gäbe. Weltweit ist der ehemalige Volkssport zur treibenden Kraft für die Wirtschaft geworden.

Die vor Jahren noch wichtigste Nebensache der Welt, der Fußball, ist mittlerweile das Aushängeschild in vielen Bereichen. Damit hat dieser Sport bei vielen Menschen einen hohen Stellenwert, wenn nicht bereits vorhanden, erhalten – daraus ergibt sich allerdings auch ein Wert für die Wirtschaft. In fast allen Bereichen finden sich im Fußball Produkte, Dienstleistungen und Produktionen, die im Wirtschaftssystem tief verankert sind. Ohne den Sport gäbe es viele von diesen überhaupt nicht. Das zeigt auch, wie eng die Verbindung zwischen Sport und Wirtschaft heute ist. So ist es kein Wunder, dass es immer mehr Fußballbegeisterte gibt, die die Top 10 Fußball-Podcast suchen, um „ihren“ Sport ohne Abhängigkeit von irgendwelchen Medienanstalten oder Streamingdiensten zu genießen. Aus dem gleichen Grund finden sich heute immer häufiger Menschen bei Spielen der Regional- und Kreisligen ein. Hier scheint der Fußball noch echte „Arbeit“ zu sein. Doch klar ist, spätestens ab den Profiligen, der Sport muss bezahlbar sein.

So brauchte es auch im Fußballkreis Northeim-Einbeck zum Sparkasse und VGH Cup in Göttingen die passenden Veranstalter und Sponsoren, um ein solches Event auf den Rasen zu bringen. Damit Sport auf einem hohen Niveau funktioniert, benötigt es diese Kombination aus Begeisterung und Kommerz. Das zeigt sich ebenfalls im privaten Bereich. Es gibt bundesweit immer mehr Fitnessstudios und Fitnesscoaches, die ihre Dienste anbieten. Anhängend ist dabei auch eine lange Kette an Produkten und Dienstleistungen. Von den Geräten über das gut ausgebildete Personal bis hin zu spezieller Kleidung und Nahrungsmitteln. So profitieren alle davon. Wie im Fußball wird auf der einen Seite das beste Umfeld für eine gute sportliche Entwicklung geschaffen und auf der anderen das eingenommen, um Ersteres zu ermöglichen.

Gerade der Breitensport, der abseits des Profifußballs stattfindet, wird durch den Konsum definiert. Sportschuhe, Vereinsbeiträge, Kraftstoff für die Fahrten zu den Spielen oder das Fahrzeug selbst. So gibt es heute zahllose unmittelbare und mittelbare Verknüpfungen zwischen der Wirtschaft und dem Sport. Vom Kleinsten bis zum Größten. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass sich gerade im Profibereich der Männer beim Fußball eine gewinnbringende Kollaboration zwischen Medien und dem Sport ergeben hat. Ganz klassisch basiert dies auf Geben und Nehmen. Besonders überzogen ist dies in den vergangenen Jahren gerade in der Premier League in England zu beobachten. Hier werden horrende Beträge durch die Vermarktung der TV-Rechte umgesetzt. Davon profitieren die Sender im Rahmen der Einschaltquoten, der Werbetreibenden und der Verein aufgrund der hohen Zahlungen.

Die Profiteure dieser Beziehung aus Sport und Wirtschaft sitzen auf beiden Seiten. Unabhängig ob die Vereine RB Leipzig, Borussia Dortmund oder eben FC Eintracht Northeim heißen. Denn bei allen ist der Erfolg nur mit dem nötigen finanziellen Rahmen möglich. 

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