Kaum planbar – die Trainerkarriere

09. Januar 2020, 16:25 Uhr

Davon, Fußballtrainer einer jungen, vor potenzial strotzenden Mannschaft zu sein, träumen nicht gerade wenige. Viel mehr wohl noch, dank des Erfolgs von Jürgen Klopp und seinem Fußball-Märchen, das er gerade mit all den Beteiligten beim LFC schreibt. Doch der Weg ist hart und steinig. Denn es gibt nur wenige Profivereine und viele Bewerber.

Vor zwei Jahren gab es 890 Fußballlehrer in der Bundesrepublik. Allerdings sind da nur 56 Profivereine, die eventuelle eine Anstellung bieten können. Zwar ist der Job als Trainer gut bezahlt, aber immer auch mit der Arbeitslosigkeit verkettet, wie im vergangenen November auch Rüdiger Schulz vom SVG Einbeck 05 zu spüren bekam. Kaum ein Beruf ist unsicherer als der des Trainers. Zwar kennen alle deren Namen, bei denen, die allerdings dahinter, in zweiter und dritter Reihe stehen, ist nicht einmal der Club bekannt. Moderne Trainer sehen sich als privilegiert. Schließlich haben sie einen der begehrten Posten. Doch damit einher, geht eben auch die Ungewissheit. So besteht zwar auch immer die Aussicht auf ein Team und positive Emotionen – aber eben nur, wenn auch alles klappt.

Das Geschäft als Fußballtrainer ist knallhart, brutal und schnelllebig. Selbst in den ersten drei Profiligen in Deutschland herrscht ein bedingungsloser Kampf. Schließlich gibt es nur diese 56 Vereine und jeder Fußballlehrer mit gültiger Lizenz hofft, einen der begehrten Plätze zu ergattern, um endlich zeigen zu können, was er kann. Ein weiterer Punkt ist, dass wer einmal die Chance bekommen hat und gescheitert ist, es schwer hat. Wer ein zweites Mal scheitert, kommt kaum noch einmal rein. Da helfen dann auch keine alternativen Trainingsideen wie das Spielen von „FIFA“ oder „Pro Evolution Soccer“ an der Konsole. Dass das für fußballbegeisterte Videospieler durchaus einen nachhaltigen Nutzen hat, hat die Sporthochschule Köln festgestellt. Auch der Ex-Nationalspieler Christian Ziege sieht darin Potenzial. Dennoch wird nur derjenige gefeiert, der auch Erfolg hat. Sind die Ergebnisse nicht wie gewünscht, steigt der Druck. In der Bundesliga wird es bereits mit fünf Niederlagen kritisch.

So verwundert es auch kaum, dass der Traum vom Star im Trainerbusiness schnell umschlägt und der Betroffene als Versager dasteht. Da eine Bewertung oftmals anhand von Emotionen vorgenommen wird, ist das Ganze natürlich für den Einzelnen kaum planbar. Es gibt also keinen festen Plan oder einen Karriereweg, der sich festlegen ließe. Dem Ganzen kann nur mit Selbstvertrauen und Mut begegnet werden. Wer das mitbringt, braucht dann nur noch das entsprechende Glück.

Um überhaupt in das Profigeschäft einsteigen zu können, ist eine Profilizenz nötig. Diese gibt es an der Sporthochschule Hennef. Allerdings sind die Ausbildungsplätze heiß begehrt. Zudem kostet das Ganze dann noch mit 15.000 Euro eine ganze Stange Geld. Dennoch ist das die Eintrittskarte, in die drei deutschen Profiligen. Allerdings muss gerade zu Beginn klar sein, dass die erste Zeit hart ist. Fortbildungen, am Wochenende Spiele schauen und der Rest Hospitanzen. Das klingt schon wie ein echtes Arbeitsleben, nur das man dafür meist nicht bezahlt wird. Da immer mehr Trainer nicht aus einer erfolgreichen Profikarriere kommen, ist es für viele schwer, diese Zeit aus finanzieller Sicht überhaupt zu überbrücken. 

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